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Auch ein Wein kann spannend sein

Gründer-Geheimnis young poets: Nie wieder langweilige Weine

Ein guter Wein gehört bei fast jedem zu einer Veranstaltung dazu. Gut heißt aber nicht gleich ansprechend. Das Design und die Marke dahinter lassen oft zu wünschen übrig. Der Gründer von young poets hat ein System entwickelt, wie Weine von jungen Winzern zur jungen Zielgruppe kommen und das mit ganz einfachen Tipps und Tricks. Erfahre mehr.

Ein guter Wein eignet sich hervorragend für Abende mit Freunden, zu einem Dinner oder als Geschenk. Doch, sind wir mal ehrlich, viele Weine schmecken gut, haben aber keine schönen Etiketten. Das sieht auch Eliah Werner so. Er ist der Gründer von young poets und ein perfektes Beispiel, wenn es darum geht eine Idee bis zur Umsetzung zu verfolgen. Er hat Erfahrung im Markenaufbau für diverse Marken von Procter&Gamble (P&G) und ist auch jetzt in seinem Hauptberuf bei Sixt für Marke und Kreation verantwortlich. Doch sein Schätzchen bleibt young poets. Wie er zu dieser Idee kam und wie ihm seine Vorerfahrungen helfen konnten, erfährst du im neuen Gründe-Geheimnis.

Idee und Gründung

Wie genau entstand die Geschäftsidee für young poets? Beschreibe bitte den genauen Moment.

Der Ursprung der Idee kam mir als ich nach meinem Master in Boston von Vancouver bis nach San Diego in einem kleinen Chevy Spark den Westen der USA erkundete. Dort habe ich viele Winzer getroffen, viel Wein getrunken und meistens in meinem kleinen Sparky übernachtet, um Geld zu sparen. Dazu habe ich als Wine Label Lover auch die Weinlabels begeistert analysiert. Namen wie Fat Bastard gab es in Deutschland nicht. 

Nachdem ich zurück in Deutschland vor dem Supermarktweinregal stand, war ich einfach nur gelangweilt und verwirrt. Dabei habe ich gemerkt: Die Weinindustrie vergisst voll und ganz die junge Zielgruppe. Da kam mir die Idee „Das muss doch einfach geiler gehen“, und wollte dann einfach nur Weine für mich und meine Kumpels designen. Während meinen ersten Jahren bei P&G ist die Idee dann etwas in den Hintergrund gerückt, aber hat mich wie ein kleines Virus nie losgelassen. Ich habe erstmal nur für mich eigene wine labels designed, die mir gefallen haben. Nachdem ich meine Freundin und nun Frau oft mit der Idee genervt habe, hat sie mich irgendwann ermutigt, es doch endlich zu starten. 

Ein weiterer Freund der auch bei P&G war hat mir dazu noch Starthilfe für die Unternehmensgründung gegeben. Diese sieht von außen auch immer viel anstrengender und komplizierter aus, als sie eigentlich ist.  

Wie konnte dir deine Vorerfahrung bei deiner Idee helfen?

Bei P&G habe ich einen fundamentalen Grundsatz gelernt: The Consumer is Boss. Bedeutet, es muss für den Endkonsumenten funktionieren, nicht für einen selbst. Viele Winzer fokussieren sich voll und ganz, den besten Tropfen in die Flasche zu bekommen, aber nicht, wie ich es schaffe, die Flasche in die Hände von neuen Menschen zu bringen. You need to think outside the bottle! 

Somit habe ich die Labels so designed, dass sie auf dem Regal auffallen und Wahl Nr. 1 werden. Hier habe ich alle meine Erfahrungen, die ich bei Pampers gemacht habe, angewendet. Wie schafft man eine Marke, in einer Industrie, in der es fast keine Marken gibt. Wie sticht man aus der Masse heraus. Und spannend war zu sehen, dass nur sehr wenige Winzer die Psychologie der sogenannten Shopper berücksichtigen. Es ist ganz wichtig zu wissen, wie wählen Menschen das Produkt aus, und wie schafft man es, diese aus dem „Autopilot“ bei Einkauf zu locken. 

Das Credo von young poets: Mehr Spaß beim Kaufen, Schenken und Trinken von Wein. Der Wein soll schon beim ersten Blick begeistern und ein Lächeln auf das Gesicht zaubern: Everything happens for a RSLNG, Allday RSÉ und Fifty shades of GRAUBRGNDR. Wortspiele die die Rebsorte zum Star machen. Jedoch immer verbunden mit preisgekrönten jungen Winzern. 

Wie lief die Namensfindung ab? Warum hast du dich für „young poets“ entschieden?

Die Namensidee geht zurück auf „Wine is bottled poetry“. Ich wollte Wein von und für junge Menschen machen. „Young bottled poets“ war aber zu kompliziert, dann wurde es zu „young poets“. Die Marke habe ich in Europa, UK und USA schützen lassen, da das Konzept überall funktionieren kann: geiler Wein für junge Leute, geil verpackt von jungen grandiosen Winzern entweder direkt vor Ort oder aus spannenden Weinanbaugebieten von der ganzen Welt.

Wie und wann hast du erkannt, dass du deine Idee in einem eigenen Unternehmen  umsetzen willst?

Direkt zu Anfang. Bei Procter&Gamble durfte ich immer große Marken führen, aber nie eine von Scratch starten. Das hat mich mit meinem Schaffungsdrang gereizt. Ich bin immer am Scribbeln, aktiv und passiv Ideen zu entwickeln, und sah mein eigenes Unternehmen eher als Spielwiese, Dinge, die mir Spaß machen, auszuleben. Also ging es mir immer mehr um die Marke als um das Geschäft. Wenn Dinge Spaß machen, Ideen und die Umsetzung stark sind, folgt gutes Geschäft. 

Die Weine sind von jungen Winzern für eine junge Zielgruppe: Warum genau hast du dich für die Zielgruppen Millenials und Gen Z entschieden?

Weil genau diese von der Weinindustrie vernachlässigt wird. Der Weinmarkt ist momentan noch sehr von den Babyboomern abhängig. Er verpasst die junge Zielgruppe die Marken mit Sinn, Spaß und Community suchen. Zwei von drei Millennials suchen Wein rein aufgrund des Labels aus. Sie wollen keine fancy Chateaus auf den Etiketten, sie wollen Spaß aber trotzdem guten Wein. Dazu ist Wein meist viel zu kompliziert. Geschmacksnoten werden auf Din A4 Blättern beschrieben, auf unseren Weinen steht „Frisch, Frech & Filigran“ beim Riesling. Dazu gibt es nicht vier verschiedene Rieslinge, sondern einen! Weniger ist mehr. 

Wie ging es dann weiter? Was waren die nächsten Schritte?

Die Kern Idee:

1) Aus dem Regal herausstechen,
2) Das Käuferverhalten verstehen und mit passenden Weinen und Weinnamen die Menschen begeistern 3) Nur preisgekrönte junge Winzer nehmen, um auch beim ersten Schluck zu begeistern,
4) Alles digital aufgebaut, um eine Community der jungen Poeten zu formen und
5) Einen guten Zweck unterstützen. Das ist die „Stiftung Lesen“ für mehr Lesekompetenz in Deutschland und damit es in Zukunft noch mehr junge Poeten gibt.

Mit dieser Idee ging ich dann zu einigen Winzern und habe diese gepitcht. Einige haben mit geraten doch lieber wieder Pampers zu verkaufen und den Wein den Winzern zu überlassen. Dann bin ich auf Christoph Kern gestoßen, bester Jungwinzer 2018 in Württemberg. Er fand die Idee stark, möchte seine Generation auch mit Wein begeistern und war mit dabei. 

Wie bist du zu deinen ersten Kunden gekommen?

Ich wollte ursprünglich nur ein paar Flaschen abfüllen, nur für mich und meine Freunde. Dann kam jedoch die Supermarktkette Real auf ihn zu und fragte ihn nach einem jungen Konzept. Glücklicherweise verwies er an mich. Bevor ich eine Firma gründen konnte, ohne eine eingetragene Marke und ohne Wein hat Real dann durch einen starken Konzept Sell 3.500 Flaschen bestellt. Somit wurde 2019 der erste Jahrgang young poets abgefüllt und der Start einer spannenden Journey

Während Corona war dann die große Herausforderung. Ich hatte seit einem Jahr mit einem Einkäufer von Edeka Scheck-In Kontakt, er war begeistert vom Konzept, sagte mir jedoch immer wieder, ich solle in 2-3 Monaten nochmal anrufen, sie hätten andere Prioritäten. Irgendwann hat mir der Einkäufer grünes Licht gegeben. Danach dachte ich, easy – wohin sollen wir liefern? Als Antwort kam: „Herr Werner, ich biete Ihnen hier nur die Bühne, darauf spielen müssen Sie selbst.“ Danach erhielt ich eine Liste von 30 weiteren Weineinkäufern der einzelnen Märkte – welche ich dann auch wieder überzeugen musste. Ein Einkäufer hatte dann am Telefon gesagt, „ja das gefällt mir super, ich nehme 100“ – ich darauf: „Toll 100 Flaschen!“ – er: „Nein 100 Kartons“ da war dann der Knoten geplatzt. Die Weine haben sich super verkauft.

Durch diesen Erfolg konnte ich dann meinen Geschäftspartner Mack&Schühle gewinnen. Auch wieder über Coldcalling an der Rezeption :).  M&S ist einer der größten Distributoren in DACH und sie helfen mir, young poets nachhaltig in DACH zu vertreiben. Für diese Partnerschaft bin ich sehr dankbar. Eine Marke wächst über zwei Wege: „Physical Availability“ und „Mental Availability“. Um die physische Distribution kümmert sich M&S, und ich kümmere mich um den Markenaufbau, digitales Marketing und neue Produktdesigns. 

Beim Gründen läuft nicht immer alles glatt: Was würdest du das nächste Mal nicht nochmal so machen?

Im Gesamten würde ich das meiste direkt wieder zu machen. Was mir geholfen hat: Es immer sehr lean zu halten, nur das aufbauen was man auch wirklich benötigt: z. B. Buchhaltung und Konto über simple Startup-Lösungen machen – alles sehr easy. 

Die Branche 

Wie viel Potenzial besitzt diese Branche, warum hast du dich für diesen Bereich entschieden?

Der Weinmarkt ist riesig, ich habe die Branche aber nicht wegen des Potentials gewählt, sondern aus Leidenschaft für Kulinarik und Branding. 

Das spannende an young poets ist aber, das es unendlich skalierbar ist. Wir sind kein Weingut, welches auf den eigenen Weinberg angewiesen ist. Es gibt Wein und young poets in so vielen tollen Ländern auf der Welt. Dadurch können wir junge Poeten aus Europa finden und die Weine in den eigenen Ländern vertreiben oder z. B. nach Amerika bringen. Oder wir finden direkt in den USA junge Poeten die wir dann in den USA vermarkten. 

Wie wichtig ist es, über Nachhaltigkeit in dieser Branche zu sprechen?

Nachhaltigkeit ist enorm wichtig. Wir arbeiten nur mit Winzern, die ihren Fokus im Anbau und Verarbeitung von Wein stark auf Nachhaltigkeit setzen. Die Branche ist im Umbruch: leichtere Flaschen, nachhaltiger Anbau und Test von neuen Konzepten wie Pfandflaschen. 

Ein Trend zum 0-Prozent-Alkohol, was jedoch noch eine Nische ist und der Weg und das finale Produkt eines alkoholfreien Weins ist leider noch nicht so toll. Da trinke ich lieber alkoholfreies Bier :). 

Welche Meilensteine hast du mit young poets schon erreicht?

  1. Gestartet zu haben :).
  2. Die ersten Jahrgang direkt ausverkauft zu haben.
  3. Von 8.000 Flaschen im ersten Jahr auf über 200.000 Flaschen drei Jahre später zu skalieren.
  4. Auf Instagram mittlerweile mehr als 20.000 Follower zu haben, die young poets feiern. 
  5. Die ersten Gespräche zur Internationalisierung zu haben.
  6. Immer noch mega viel Spaß daran zu haben, zu lernen und neue Meilensteine zu erreichen.  

Was macht young poets so besonders? Wie grenzt du dich von der Konkurrenz ab?

Think outside the bottle! Es gibt keine Weinmarke die viele junge diverse Winzer auf der ganzen Welt verbinden kann, und dadurch immer wieder spannende Weinabenteuer den Menschen bringt. Und diese Plattform ist einzigartig. 

Alltag

Welche Marketing-Kanäle hast du mit young poets bisher genutzt?

  1. Der POS (Point of Sale) – der stärkste und wichtigste Kanal ist das Supermarktregal. Das Flaschendesign ist effektiv um herauszustechen und mit einer hohen Wahrscheinlichkeit beim Kunden im Einkaufswagen zu landen. 
  2. Instagram – mit einer starken Community designen wir gemeinsam mit den Followern neue Weine
  3. LinkedIn – hilft mir neue Kooperations- und Vertriebspartner zu finden. 

Hast du einen spannenden Tipp für angehende Gründer?

1) Starte einfach – die Journey ist Hammer
2) Alles so lean wie möglich aufsetzen – immer fragen: brauch ich das wirklich und was sind die top 3 Prios. 
3) Progress over Perfection: Die kleinen Wins sind größer als man denkt, die großen kleiner 🙂

Nutzt du KI-Tools, um dir den Arbeitsalltag bei young poets zu erleichtern?

Klar 🙂 

  1. ChatGPT um teilweise Ideen zu starten oder auch Social-Media-Texte zu schreiben.
  2. Midjourney um Weinbilder zu erstellen und unterschiedliche Styles zu testen. 
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Über den Autor

Autorenprofil: Lea Minge

Lea Minge

Lea ist bei Gründer.de für die täglichen News zuständig. Im Bereich Wirtschaft, Startups oder Gründer hat sie den Überblick und berichtet von den neuesten Trends, Entwicklungen oder Schlagzeilen. Auch bei der Sendung “Die Höhle der Löwen” ist sie eine wahre Expertin und verfolgt für unsere Leser jede Sendung. Damit kennt sie die wichtigsten DHDL-Startups, -Produkte und Informationen zu den Jurymitgliedern. Daneben hat sie immer einen Blick auf die neuesten SEO-Trends und -Anforderungen und optimiert fleißig den Content auf Gründer.de. Neue Ideen für Texte bleiben da nicht aus. Schon früh interessierte sie sich fürs Schreiben, weshalb sie ein Studium in Germanistik und Kommunikations- und Medienwissenschaft in Düsseldorf absolvierte. Nach Abschluss ihres Bachelors macht sie seit Oktober 2022 ihr Volontariat in der Online-Redaktion von Gründer.de.

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