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Exklusives Interview mit einem der Gründer von Grailify

Edgar Suppes: „Wir versuchen konstant die Dinge aus Nutzersicht zu betrachten“

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Die Plattform Grailify entstand 2016 aus einer Kombination aus Leidenschaft für Sneakers und dem Wunsch, eine Lücke im Informationsfluss über Sneaker-Releases und -News zu schließen. Das Gründungsteam, bestehend aus Edgar Suppes und Edward Levin, erkannte schnell die Herausforderungen, vor denen Sneakerheads standen: limitierte Releases zu verfolgen und Zugang zu den begehrtesten Modellen zu erhalten. Im Interview zeigt uns Edgar Suppes, wie aus einer einfachen Idee eine wertvolle Ressource für Sneaker-Liebhaber wurde.

1. Wie habt ihr euch dazu entschieden Grailify zu gründen und euch auf Sneaker-News und Release-Termine zu konzentrieren?

Kurz nach meinem Online-Marketing Studium im Jahr 2015 war ich Teil des Online Marketing Teams eines international bekannten Händlers für Sneaker und Streetwear. In dieser Position konnte ich in kürzester Zeit viel über diesen Bereich lernen. Zeitlich fiel der Berufseinstieg genau in die Phase, in der die Nachfrage rund um bestimmte Modelle, wie dem adidas Yeezy oder adidas NMD, extrem zugenommen hat.

Zusammen mit meinem Cousin und Geschäftspartner konnten wir ein Problem bei vielen Sneakerheads identifizieren, denn es war zu dem Zeitpunkt für viele Leute schwer zu erkennen, wo solch ein begehrter Schuh verfügbar war, schließlich waren die meisten dieser Modelle in kürzester Zeit ausverkauft.

Wir haben es uns dann zur Aufgabe gemacht, dieses Chaos zu organisieren. So ging Grailify im Mai 2016 an den Start.

2. Welche spezifischen Bedürfnisse in der Sneaker-Community habt ihr erkannt, die euch dazu veranlasst haben, Grailify zu gründen?

Viele limitierte Sneaker Releases waren und werden heute noch oftmals innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Gleichzeitig ist es schwierig für den Laien herauszufinden, bei welchem Händler ein bestimmter Schuh verfügbar sein wird.

Mit Grailify haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, diese ganze Informationsflut zu organisieren und eine Art “Release Kalender” aufzubauen, sodass jeder Benutzer über anstehende Releases exakt Bescheid weiß.

Anfangs haben wir mit rund 20 – 30 Onlineshops zusammen gearbeitet, heute listen wir die Sneaker aus über 100 Shops auf unserer Plattform.

3. Welche Herausforderungen habt ihr bei der Zusammenstellung von zuverlässigen Informationen zu Sneaker-Releases und Neuigkeiten erlebt?

Es gibt unzählige kleinere und größere Herausforderungen, die wir in den letzten rund sieben Jahren bewältigen durften. Ich würde sagen, die herausragendsten waren:

  1. Zugang zu Informationen: Es war anfangs nicht leicht, die ganzen Informationen rechtzeitig vor einem Release oder Restock zu erhalten. Es hat also etwas Zeit gebraucht, um die nötigen Beziehungen zu Herstellern oder Händlern aufzubauen, die diese Informationen bereitstellen.
  2. Technologische Anpassungen: Wir sind mit einer simplen Facebook Gruppe gestartet. Jetzt bedienen wir so ziemlich jedes relevante soziale Netzwerk und betreiben eine eigene Website und App. Die konstanten Anpassungen an die Bedürfnisse der Nutzer sind manchmal nicht einfach, dennoch notwendig.
  3. “Always On”: Die Welt der Sneaker Releases ist extrem schnelllebig. Manche Hersteller veröffentlichen Sneaker morgens um 09:00 Uhr, manche um Mitternacht. Oftmals werden Releases um Tage, manchmal nur um Stunden verschoben. Manchmal werden Sneaker werktags, oftmals an Wochenenden veröffentlicht.

    Unser oberstes Ziel war es, immer als erstes die relevanten Release- und Restock-Informationen bereitzustellen. Das bedeutet also, dass wir zu jeder Zeit verfügbar sein müssen.

4. Inwiefern habt ihr technologische Innovationen genutzt, um die Benutzererfahrung auf Grailify zu verbessern und euch von anderen zu differenzieren?

Wie oben schon kurz angesprochen, war Grailify anfangs nichts weiter als eine Facebook Gruppe. Wir haben innerhalb kürzester Zeit bemerkt, dass die Leute die schnelle Kommunikation neuer Informationen zu schätzen wussten und haben darauf aufgebaut.

Ein wichtiger Meilenstein war z.B. unser WhatsApp Newsletter, der zum Höhepunkt deutlich über 100.000 Sneakerfans bedient hat. Aus diesem WhatsApp Newsletter ist dann die Grailify App entstanden, die mittlerweile über 4 Millionen Downloads verzeichnet.

Wir suchen nach wie vor konstant nach neuen Möglichkeiten, um dem Nutzer die Informationen, nach denen er sucht, schnellstmöglich zu liefern.

5. Wie seid ihr mit der Vielzahl von Marken und Modellen in der Sneaker-Industrie umgegangen, um sicherzustellen, dass eure Nutzer stets über die neuesten Entwicklungen informiert sind?

Anfangs war der manuelle Aufwand extrem groß, wir haben alle relevanten Sneaker Releases manuell auf unserer Website gepflegt und die Releaseinformationen ebenfalls händisch bearbeitet.

Erst nach einigen Jahren haben wir unsere Seite dahingehend angepasst, dass wir einen großen Teil der Informationen automatisiert von Marken und Shops via Datenfeeds erhalten.

6. Wie wichtig ist die Zusammenarbeit mit Marken und Einzelhändlern für die Aktualität der Informationen auf Grailify, und wie habt ihr diese Partnerschaften aufgebaut?

Ja definitiv, die Kommunikation mit Marken und Händlern ist enorm wichtig und es hat auch eine Zeit gedauert, bis die Marken von unserem Potential überzeugt waren.

Einige Marken und Shops konnten schneller als andere überzeugt werden. Letztendlich, wenn man den Marken und Shops anhand von realen Daten zeigen kann, dass man wirklich zum Absatz von Produkten beisteuern kann, dann gibt es wenige Gründe für eine Marke keine Partnerschaft einzugehen.

7. Welche Strategien habt ihr verwendet, um eine engagierte Community von Sneaker-Enthusiasten auf Grailify aufzubauen?

Wir versuchen konstant die Dinge aus Nutzersicht zu betrachten. Was genau verlangt der Nutzer von uns? Was können wir tun, um das Bedürfnis des Nutzers bestmöglich zu erfüllen?

Aus dieser Denkweise heraus sind alle Neuheiten und Entwicklungen auf unserer Plattform in den letzten Jahren entstanden.

8. Wie seht ihr die Zukunft von Grailify in Bezug auf die Weiterentwicklung eurer Dienstleistungen und die Erweiterung eurer Zielgruppe?

Grailify ist aus einer extrem spitzen Zielgruppe entstanden. Wir haben anfangs mit unserem Service nur die Leute angesprochen, die wirklich ein leidenschaftliches Interesse an Sneakern haben.

Aus dieser kleinen Nische heraus haben wir Grailify etwas weiter geöffnet, indem wir z.B. eine Sneaker-Suchmaschine auf unserer Plattform eingeführt haben und somit nun über 50.000 Modelle auf unserer Website zeigen, uns also nicht exklusiv auf limitierte Sneaker konzentrieren.

Nun geht es für uns darum, weiterhin die erste Anlaufstelle für Sneaker Releases und Restocks zu sein und gleichzeitig dem casual shopper die besten Features zu bieten, um seine Suche nach seinem Wunsch-Sneaker bestmöglich zu erfüllen.

9. Welche sind die größten Erfolge, die ihr seit der Gründung erreicht habt, und welche Lehren habt ihr daraus gezogen?

Grailify ist als einfache Facebook Gruppe gestartet, nach rund sieben Jahren findet man Grailify in allen relevanten sozialen Netzwerken sowie via Website und App.

Außerdem haben wir vor einigen Jahren die Expansion in andere Länder angestoßen, indem wir unseren gesamten Inhalt auf der Website und App auch auf Englisch bereitstellen.

Mit zu den zwei wichtigsten Erkenntnissen für eine erfolgreiche Entwicklung gehören definitiv der Nutzer-Fokus sowie der kontinuierliche Ausbau des Services bzw. des Produkts “Grailify”.

  1. Nutzer-Fokus: Wenn man eine Community aufbauen möchte, ist es ratsam, sich stark auf die Wünsche der Nutzer zu konzentrieren. Wir versuchen konstant herauszufinden, was die Nutzer sich von unserem Produkt wünschen und versuchen dies umzusetzen.
  2. Kontinuierlicher Ausbau: Wenn es einen Bereich gibt, in dem Stillstand tödlich ist, dann wohl im Online Marketing. Dinge verändern sich rasend schnell und der Wettbewerb ist stark. Es ist ein absolutes Muss immer am Puls der Zeit zu sein und sich selbst und das Produkt konstant weiterzuentwickeln.
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