Kann man sich einfach so nebenberuflich selbstständig machen? Grundsätzlich ist es klug die eigene Geschäftsidee erst einmal nebenberuflich zu testen. Denn somit kannst du ohne großes Risiko wichtige Erkenntnisse sammeln: Funktioniert deine Idee überhaupt? Welche Zielgruppe sprichst du damit an? Ist dein Produkt oder deine Dienstleistung schon perfekt oder noch verbesserungswürdig? Sollte sich herausstellen, dass deine Geschäftsidee noch weitere Entwicklung braucht, hast du keinen zeitlichen und finanziellen Druck, da du dich mit deinem Hauptberuf absicherst. Doch es gibt ein paar Voraussetzungen, die an eine nebenberufliche Tätigkeit geknüpft sind.
Nebenberuflich selbstständig machen: Was muss ich beachten?
Nebenberuflich tätig zu sein bedeutet, dass du neben deinem Hauptberuf noch einer weiteren Tätigkeit nachgehst. Damit du aber regelkonform deine nebenberufliche Selbstständigkeit ausüben darfst, musst du gewisse Kriterien erfüllen. Zum einen spielt hier die Stundenanzahl eine bedeutende Rolle. Somit gibt es eine definierte Richtzeit, in der du deine nebenberufliche Selbstständigkeit ausüben darfst. Erlaubt sind maximal 18 Stunden pro Woche, damit der Arbeitsmittelpunkt dein Hauptberuf bleibt.
Zudem ist auch das Einkommen ein wichtiger Faktor. Denn das Einkommen, das du durch deine nebenberufliche Tätigkeit einnimmst, darf nicht das reguläre Arbeitseinkommen übertreffen. Sobald du mehr einnimmst und dir vielleicht überlegst Mitarbeiter zu beschäftigen, wird dies nicht mehr als bloße nebenberufliche Selbstständigkeit angesehen. Daher solltest du bei einem steigenden Einkommen und großem Wachstumspotenzial überlegen, ob du an dieser Stelle nicht den Schritt in die vollkommene Selbstständigkeit wagen willst.
Muss ich meinen Chef informieren?
Besonders wichtig ist es den eigenen Chef in Kenntnis zu setzen, dass man vorhat, sich nebenberuflich selbstständig zu machen. Denn die meisten Arbeitsverträge enthalten Klauseln, die eine nebenberufliche Selbstständigkeit nur unter bestimmten Regelungen erlauben. Grundsätzlich darf dein Arbeitgeber dir die Selbstständigkeit nicht verbieten, doch dadurch können sich gewisse Nachteile für deinen Chef ergeben. So musst du versichern, dass dein Engagement für deine hauptberufliche Tätigkeit nicht unter deiner Nebenbeschäftigung leiden wird. Auch Urlaubstage darfst du nicht für deinen Nebenberuf verwenden.
Zudem solltest du beachten, dass sobald deine nebenberufliche Tätigkeit in einem Konkurrenzverhältnis zu deinem Hauptberuf steht, du unbedingt eine Einwilligung von deinem Arbeitgeber brauchst. Falls du dies nicht angibst, musst du von deinem Chef mit Abmahnungen oder vielleicht auch einer Kündigung rechnen. Sei daher ehrlich und erkläre deinem Chef deine Situation. Meist kann man in einem offenen Gespräch Bedenken beseitigen und eine Lösung finden, die alle zufrieden stellt.
Hast du alles geklärt, musst du nur noch deine nebenberufliche Tätigkeit anmelden. Denn hier gilt: Ein Gewerbe bleibt ein Gewerbe. Wer ein Nebengewerbe betreibt, hat die gleichen gesetzlichen Auflagen zu erfüllen wie jemand, der dies hauptberuflich macht.
Nebenberuflich selbstständig machen: Vor- und Nachteile
Du spielst bereits mit dem Gedanken dich nebenberuflich selbstständig zu machen, doch der entscheidende Entschluss steht noch aus? Dann wollen wir dir hier alle Vor- und Nachteile aufzählen, damit du schnell eine Entscheidung treffen kannst.
Das sind die Vorteile
- behutsames Testen der Geschäftsidee
- geringes Risiko
- gesichertes Einkommen
- erhöhtes Einkommen durch Nebenberuf
- weniger Zeitdruck
- leichte Überführung vom Nebenberuf zum Hauptberuf
Das sind die Nachteile
- Doppelbelastung
- weniger Zeit für Familie und Freizeit
- weniger Flexibilität
- zeitliche Ressourcen müssen vorhanden sein
- mögliche negative Auswirkungen auf den Hauptberuf
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Selim Esmen und