Mögliche Gründe für den Fachkräftemangel
Es gibt verschiedene Entwicklungen, die dazu beigetragen haben, dass der Fachkräftemangel sich in den letzten Jahren weiter verschärft hat. Ein möglicher Grund liegt in der demographischen Entwicklung. Die geburtenstarke Generation der Babyboomer geht in vielen Ländern langsam in den Ruhestand. Allerdings gibt es weniger Berufseinsteiger, die in deren Fußstapfen treten können. Die Lücke, die dabei entsteht, kann also nicht direkt geschlossen werden. Dies wiederum führt zu einem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Eine weitere Entwicklung, die die Knappheit an Fachkräften begünstigt hat, liegt darin begründet, dass sich die gefragten beruflichen Fähigkeiten – beispielsweise durch technologischen Fortschritt – verändern. Bestimmte Fähigkeiten und Kompetenzen, die vor Jahren wichtig waren, sind heute möglicherweise nicht mehr relevant, während neue, spezialisierte Fähigkeiten immer mehr gefragt sind.
Zuletzt stehen Branchen, die sehr vom Fachkräftemangel betroffen sind, teilweise in einem recht harten Wettbewerb um Talente. Dies wiederum führt dazu, dass qualifizierte Mitarbeitende höhere Forderungen stellen, als das möglicherweise noch vor einigen Jahren der Fall war. So fordert beispielsweise die Generation Z mehr Gehalt und eine bessere Work-Life-Balance. Diese Generation zeigt sich insgesamt selbstbewusster im Arbeitsleben als vorherige Generationen. Ob ein Arbeitgeber qualifizierte Mitarbeitende anziehen kann, hängt also auch zu einem großen Teil damit zusammen, ob er attraktive Arbeitsplätze und -bedingungen schafft. Nicht nur ein angemessenes Gehalt ist dabei ausschlaggebend, sondern auch ein angenehmes Arbeitsumfeld, Weiterbildungsmöglichkeiten und Zusatzleistungen.
Strategien zur Gewinnung von Fachkräften
Ein wichtiger Ansatzpunkt für die Behebung des Fachkräftemangels ist die Rekrutierung. Mittlerweile gibt es beispielsweise Drittfirmen, die Unternehmen mit geeigneten Fachkräften zusammenbringen. Auch das Einbeziehen von Online-Jobportalen, sozialen Medien und beruflichen Netzwerken kann helfen, den Talentpool zu erweitern. Dabei spielt nicht nur das „Wo“, sondern insbesondere auch das „Wie“ eine wichtige Rolle. Das bedeutet, dass Stellenprofile klar gestaltet sein sollten, um die passenden Mitarbeitenden aktiv zu finden.
Außerdem sollten sich Unternehmen durch ein präzises Employer Branding als attraktive Arbeitgeber positionieren. Die Arbeitgebermarke beinhaltet Unternehmenskultur, Normen, Werte und Erfolge. Man kann sich als Arbeitgeber noch so stark für potentielle Mitarbeitende einsetzen – wird die Arbeitgebermarke nicht nach außen hin sichtbar, finden diese nicht zu einem. Um sich zu präsentieren, ist es heutzutage unverzichtbar, sich online und in den sozialen Medien darzustellen. Auch das Teilen von Mitarbeitererfahrungen und Erfolgsgeschichten kann potenzielle Bewerber positiv beeinflussen. Eine andere Möglichkeit, um junge Bewerber zu gewinnen, sind Partnerschaften mit Hochschulen und Bildungseinrichtungen, um den Talentpool zu erweitern und mögliche Bewerber frühzeitig zu identifizieren. Duale Studiengänge, Praktika, Stipendien und Abschlussarbeiten in Zusammenarbeit mit Unternehmen können als Talentschmieden dienen und jungen Berufseinsteigern den Weg ebnen – Win-Win.
Was braucht es, damit Fachkräfte bleiben?
Sind neue Mitarbeitende im Team angekommen, ist es damit nicht getan – Unternehmen müssen auch einige Maßnahmen ergreifen, um sie zu halten. Ein gutes Arbeitsumfeld ist dabei von zentraler Bedeutung. Sorge für eine offene Kommunikation, eine respektvolle Kultur und ein angenehmes Arbeitsklima. Fördere die Teamarbeit und stärke das Gefühl der Zusammengehörigkeit unter den Mitarbeitern. Um Beruf und Familienleben zu vereinbaren, ist außerdem eine gewisse Flexibilität bei der Arbeit wichtig. Das bedeutet im Klartext: Vier-Tage-Wochen, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice-Optionen oder andere Formen der Arbeitszeitgestaltung.
Investiere außerdem in die Weiterbildung und berufliche Entwicklung deiner Arbeitnehmer. Fachkräfte sind motiviert, wenn sie die Möglichkeit haben, neue Fähigkeiten zu erlernen, sich weiterzuentwickeln und Karrieremöglichkeiten innerhalb des Unternehmens zu sehen. Wenn sie das Gefühl haben, dass sie sich dort weiterentwickeln können, wo sie gerade sind, sinkt der Drang, sich einen neuen Arbeitsplatz zu suchen. Ebenso wichtig sind klare Karrierepfade und Aufstiegsmöglichkeiten. Wenn Mitarbeitende sehen, dass sie langfristig im Unternehmen aufsteigen können, sind sie eher bereit, auch lange dort zu bleiben. Um Krankheitstage zu reduzieren und die Gesundheit Ihrer Arbeitsnehmer zu fördern, helfen außerdem konkrete Maßnahmen zum Gesundheitsmanagement. Dazu gehören Sportangebote ebenso wie Entspannungsförderung und gesundes Essen in der betrieblichen Mensa.

Redaktion