Interview über die Gründung eines nachhaltigen Mode-Startups

Gründer-Geheimnis DOPAZI: Das steckt hinter den nachhaltigen Socken

Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Blickt man jedoch hinter die Kulissen, ist der Begriff gerade in der Modebranche schwierig zu definieren. Von nachwachsenden Rohstoffen bis hin zu fairen Arbeitsbedingungen – viele Faktoren spielen in das Thema hinein. DOPAZI ist ein Startup, das als Modemarke einiges richtig macht. So betrachten sie ihre Socken sowie auch das Unternehmen und die Preispolitik aus drei verschiedenen Sichtweisen: der ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit. Wie das genau aussieht und welche Rolle die drei Säulen im Unternehmensaufbau spielen, haben uns die Gründer Patrick Niemerg und Niklas Polomka im Gründer-Geheimnis verraten.

Beide Gründer von DOPAZI vereint die Begeisterung an Sport sowie auch die an Lifestyle-Produkten. Hauptberuflich ist Patrick Niemberg Augenoptiker, während Niklas Polomka als Abteilungsleiter im Bereich Vertrieb und Kommunikation eingesetzt ist. DOPAZI haben sie neben ihren Vollzeitjobs gegründet. Die Herstellung von Sport & Lifestylesocken, die zu 85 Prozent aus Bio-Baumwolle bestehen und in Deutschland hergestellt sind, stehen im Vordergrund. Daneben unterstützt DOPAZI auch nachhaltige Projekte wie PROJECT HIU, welches sich für bedrohte Meeresarten oder auch überfischte Ökosysteme einsetzt.

Das Startup hat insbesondere durch einen Fernsehbeitrag im WDR an Bekanntheit gewonnen. Nach kurzer Zeit war das Lager leergekauft und Kapital vorhanden, um das Angebot weiter auszubauen. Die beiden Gründer haben aber weniger den hohen Profit im Sinn. Viel mehr geht es ihnen darum, etwas eigenes aufzubauen und einen nachhaltigen Einfluss zu haben. Im Interview haben wir mit den beiden gesprochen. Sie haben uns einen Blick hinter die Kulissen von DOPAZI gewährt und ihr Gründer-Geheimnis verraten.

Phase 1: Ideenfindung

Wie genau entstand die Idee für DOPAZI?

Die Idee für DOPAZI entstand beim gemeinsamen Laufen im schönen Warendorf. Wir haben darüber philosophiert, dass wir unbedingt etwas eigenes auf die Beine stellen möchten. Sport und Lifestyle hat uns schon immer sehr interessiert. Wir kamen daher schnell auf Bekleidung und dachten, dass die Socken ein gutes Einstiegsprodukt sind. Bei unserem Lauf sind wir so auf Sport- und Lifestylesocken gekommen und haben uns dann gesagt: Let’s do it!

Die Socke im Leoparden-Style von DOPAZI
Als Hingucker wertet eine coole Socke von DOPAZI jedes Outfit auf.

Wie habt ihr erkannt, dass es sich dabei um ein lukratives Geschäftsmodell handelt?

Wir haben mit unserer Zusammensetzung des Materials ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen, um konkret den Nachhaltigkeitsgedanken zu verfolgen. Gerade Socken haben sich außerdem als beliebtes Accessoire etabliert, daher sind wir uns sehr sicher, dass das ein lukratives Geschäftsmodell ist. 

Phase 2: Planung

Wie habt ihr euch informiert und wie seid ihr dann gestartet?

Wir haben direkt zu Beginn den DOPAZI Donnerstag ins Leben gerufen. Hier haben wir uns jeden Donnerstag getroffen und alles vorbereitet. Wir haben die verschiedenen Aufgaben verteilt und sind nach und nach unserem Ziel des Launches immer näher gekommen. Zunächst haben wir die Designs festgelegt, die wir selbst gestaltet haben. Hier haben wir uns einfache Buntstifte gekauft und drauf los gemalt. Danach haben wir uns einen Lieferanten gesucht. Hierbei war es uns enorm wichtig, dass dieser aus Europa kommt, damit die Lieferwege extrem kurz sind. Zu unserem Glück haben wir sogar einen regionalen Hersteller für unsere Idee gewinnen können und produzieren damit Made in Germany. Mit dem Hersteller haben wir dann unsere Möglichkeiten und Vorstellungen durchgesprochen. Danach haben wir den Startschuss für die Produktion gegeben. Ab da galt es dann unseren Shop für unsere Kunden optimal aufzustellen und erste Marketingstrategien und Zielgruppen festzulegen.

Wie sah dann die Erstellung des Businessplan aus?

Der Businessplan war die erste Aufgabe des DOPAZI Donnerstags. Dafür haben wir einen Leitfaden benutzt und uns an den Eckpfeilern orientiert, was uns das Thema sehr vereinfacht hat. Für die Marktanalyse haben wir zudem die führenden Sockenhersteller analysiert. Wir haben uns zunächst die Websites angeschaut den Webauftritt von Marktbegleitern analysiert. Hier haben wir auch die Preisfindung und die Findung der Materialzusammensetzung mit angeschlossen. Im nächsten Schritt haben wir uns dann die Kommunikation auf Social Media angeschaut. So konnten wir herausfinden, wie die Unternehmen mit ihren Kunden kommunizieren und welche Zielgruppe der jeweilige Marktbegleiter verfolgt. Den Finanzplan haben wir mit Hilfe von Angeboten erstellt. Das heißt, wir haben uns Angebote für Versandverpackung, Technische Ausrüstung, Software und Co eingeholt und dann den Invest bestimmt. Unser Gründer-Team war von Anfang an bestimmt. Da haben wir einen Tipp: Sucht euch Menschen, die genauso verrückt und motiviert sind, um etwas eigenes aufzubauen, wie ihr selber. 

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Welche Schritte standen noch an, bis die Plattform von DOPAZI an den Start ging?

Technisch mussten wir zunächst die Software für das Shopsystem bestimmen. Dabei greifen wir auf Shopify zurück. Auch hier haben wir uns verschiedene Anbieter angeschaut und uns aufgrund unserer Usability und der unserer Kunden hierfür entschieden. Ein weiterer Vorteil war, dass Shopify gleichzeitig unser Warenwirtschaftssystem abbilden kann. Wir haben dann unsere Versandstraße aufgebaut und die dazu notwendige Hardware gekauft, um den schnellen Versand zu gewährleisten. Der größte organisatorische Aufwand, war allerdings die Erstellung des Contents für die Website. Mit inbegriffen war dort die Erstellung von Texten und auch die Produktion passender Bilder. Hier hatten wir jedoch viel Glück, da ein Freund von uns ein sehr guter Fotograf ist. Gute Kontakte helfen natürlich beim Gründen sehr.

DOPAZI ist nicht nur auf finanziellen Erfolg ausgelegt. Inwiefern haben andere Ziele wie Nachhaltigkeit den Aufbau von DOPAZI beeinflusst?

Die Nachhaltigkeit war von Anfang an ein fester Bestandteil der Gründung von DOPAZI. Wir haben DOPAZI auf die drei Säulen – ökologisch, ökonomisch und sozial – der Nachhaltigkeit gestellt. Die ökologische Säule ist bei uns das Material der zertifizierten Bio-Baumwolle und unsere Produktion, die in Deutschland ist. Die ökonomische Säule ist, dass wir DOPAZI möglichst wirtschaftlich aufbauen und beispielsweise keine Dumping-Preise anbieten. Die soziale Säule besteht bei uns aus dem Support sozialer Projekte, die unsere Ozeane schützen. Zum Start von DOPAZI unterstützen wir hier Project Hiu.

Phase 3: Gründung

Wie viel Potenzial besitzt diese Branche, warum sollten angehende Gründer in der Branche neue Konzepte entwickeln?

Diese Branche besitzt sehr viel Potenzial, da es unzählige Möglichkeiten gibt die verschiedensten Socken auf den Markt zu bringen. Wie eingangs schon erläutert, haben wir durch unsere Marktrecherche herausgefunden, dass Socken zu einem beliebten Accessoire geworden sind. Zudem beobachten wir, dass die Menschen mehr Wert auf das Thema der Nachhaltigkeit legen und es damit eine weitere Möglichkeit gibt, in die Branche einzutreten.

Welche Vorteile bietet ein Online-Business gegenüber analogen Unternehmen?

Der klare Vorteil eines Online-Business ist es, viel mehr Menschen zu erreichen und dadurch auch mehr potentielle Kunden anzusprechen. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir den Shop nebenberuflich aufbauen können und nicht viel Zeit in die Vorstellung des Produktes in dem Einzelhandel aufwenden müssen. Es bietet also einen perfekten Einstieg für Menschen, die Bock auf einen eigenen Business haben, ohne direkt in das volle Risiko gehen zu müssen.

Gründen wird oftmals als unkompliziert dargestellt, aber wenn du zurückblickst: Welche Fehler habt ihr gemacht?

Grundsätzlich sind uns glücklicherweise keine großen Fehler unterlaufen, was das Gründen an sich unkompliziert gemacht hat. Aber im Nachhinein hätten wir die Gründungsphase etwas detaillierter planen müssen. So hätten wir mit Rückschlägen zum Beispiel durch den Lieferanten besser umgehen können, um nicht in ein großes Motivationsloch zu fallen. Da es bei uns nicht so detailliert war, hatten wir eine Phase, in der es ein wenig Leerlauf gab und wir keine Fortschritte gesehen haben. Das hat dann natürlich auch ein wenig auf die Motivation geschlagen, aber wir sind dran geblieben und haben unser Ziel nicht aus den Augen verloren.

Phase 4: Wachstum

Was macht DOPAZI im Vergleich zur Konkurrenz so besonders?

Unser Alleinstellungsmerkmal ist es, dass wir regional in Deutschland produzieren lassen. Wir verwenden außerdem 85% zertifizierte Bio-Baumwolle und unterstützen soziale Projekte, die sich für unsere Ozeane einsetzten. Wenn wir uns die anderen Sportsocken Hersteller anschauen, bestehen deren Socken zu 95% aus Polyamid, also Plastik, welches im Endeffekt Rohöl ist. Unsere Produkte an sich sind also unser Alleinstellungsmerkmal.

Welche Marketing-Kanäle habt ihr für DOPAZI bisher erfolgreich genutzt?

Wir haben bisher eine regionale Tageszeitung, das WDR Lokal-Fernsehen sowie auch Instagram genutzt, um unsere Reichweite zu erhöhen. Zum Start hat besonders die regionale Tageszeitung und natürlich der Fernsehbericht vom WDR im lokalen Fernsehen gut funktioniert. Bei Instagram machen wir gerade unsere ersten Erfahrungen und gewinnen hier mehr und mehr an Erkenntnissen, die für die Zukunft sehr wichtig sind. Hier setzen wir auf Influencer Marketing und bezahlte Werbeanzeigen.

Welche geheimen Tipps möchtest du angehenden Gründern geben?

Unsere Tipps sind: Immer das große Ganze betrachten und sich nicht an kleinen Details aufhängen. Rückschläge gehören zu einer Gründung immer dazu. Diese Rückschläge müsst ihr annehmen, daraus Erfahrungen machen und diese dann zu euren Gunsten einsetzen. Sollte es mehrere Gründer geben, ist die Kommunikation sehr wichtig. Redet über alles was euch beschäftigt und verschweigt am besten nichts. Als letzten und wichtigsten Tipp haben wir auf jeden Fall, dass ihr Bock auf das haben solltet, was ihr machen wollt – dann funktioniert es sowieso. 

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Über den Autor

Autorenprofil: Luisa Färber

Luisa Färber

Luisa kommt ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Oberfranken und entschied sich nach dem Abitur für ein Studium der Angewandten Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Technischen Universität Ilmenau in Thüringen. Durch die vielen praxisnahen Projekte konnte sie bereits Erfahrungen in verschiedenen Tätigkeiten innerhalb der Medienbranche sammeln. In mehreren Praktika entdeckte sie ihre Leidenschaft für die redaktionelle Arbeit und feilte an ihrem Textgefühl. Neben dem Studium war sie ehrenamtlich im Studierendenradio und in verschiedenen anderen Projekten tätig. Im Anschluss an ihren Bachelor macht sie nun seit Februar 2022 ihr Volontariat in der Online-Redaktion von Gründer.de.

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