Die Duftwasserfirma Air up wurde 2018 von Lena Jüngst, Tim Jäger, Jannis Koppitz, Simon Senner und Fabian Schlang in München gegründet. Die innovative Trinkflasche mit Duft-Pods hat seitdem eine beeindruckende Entwicklung hingelegt und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem German Innovation Award 2021.
Was ist Air up und wie funktioniert das Duft-Prinzip?
Air up entwickelt innovative Trinkflaschen mit sogenannten Aroma-Pods, die auf ein wissenschaftlich fundiertes Duft-Prinzip setzen. Die Flasche wird mit Leitungswasser – still oder sprudelnd – befüllt. Beim Trinken strömt Luft an den Aroma-Pods vorbei, sodass beim Schlucken Duftmoleküle über den Rachenraum zur Nase gelangen (retronasale Wahrnehmung). Dadurch entsteht für das Gehirn der Eindruck, das Wasser habe einen bestimmten Geschmack – ganz ohne Zucker, Süßstoffe oder Zusatzstoffe.
Das Ziel: Mehr Menschen zu motivieren, auf zuckerhaltige Getränke zu verzichten, ohne beim Geschmack Kompromisse einzugehen. Die Aroma-Pods sind in über 15 Geschmacksrichtungen erhältlich, darunter Kirsche, Cola, Eiskaffee, Limette und Orange. Die Flaschen sind wiederverwendbar, das Zubehör wie Pods und Flaschenhüllen können separat erworben werden. Laut Air up werden ausschließlich natürliche Aromen verwendet. Die Flaschen und Pods sollten regelmäßig gereinigt werden, um die optimale Funktion und Hygiene zu gewährleisten.
Wer sind die wichtigsten Investoren von Air up?
Die Idee zu Air up entstand 2016 im Rahmen eines Universitätsprojekts an der Universität Schwäbisch Gmünd und wurde 2018 in München umgesetzt. Zu den ersten bekannten Investoren zählte Frank Thelen, der das Potenzial von Air up früh erkannte: „Mit Air up haben wir die Chance, ein weltweit führendes Unternehmen für gesundes Trinken zu etablieren“, so Thelen.
Später kamen prominente Unterstützer wie Ralf Dümmel, der PepsiCo-Konzern und 2022 auch die US-Schauspieler Ashton Kutcher und Mila Kunis hinzu. Insgesamt wurden über 60 Millionen Euro an Investments eingesammelt. Die Expansion in die USA wird durch das prominente Investorenpaar und gezielte Marketing-Kampagnen vorangetrieben.
Die Aufnahme in die Forbes „30 under 30“ Liste unterstreichen den Erfolg von Air up. Heute beschäftigt das Unternehmen über 200 Mitarbeitende und ist in mehr als 10 Ländern aktiv.
Kritik an den Duft-Pods
Air up stößt trotz Innovationslob auch auf Kritik. Das Geschmackserlebnis variiert stark: Manche empfinden die Aromen als intensiv, andere kaum wahrnehmbar, teils schon nach wenigen Füllungen. Technisch werden Undichtigkeiten, Blubbergeräusche und eine eingeschränkte Nutzung ohne korrekt sitzenden Pod bemängelt. Die Flaschen sind in der Anschaffung teurer als Standardmodelle, und die Aroma-Pods verursachen laufende Kosten von oft 0,80–0,90 € pro „Geschmacks-Liter“.
Beim Nachhaltigkeitsversprechen verweisen Kritiker auf Verpackungsmüll durch einzeln verpackte Pods und frühere Unklarheiten zwischen „recycelt“ und „recycelbar“. Unabhängige Tests fanden zudem Trägerstoffe, die rechtlich als Zusatzstoffe gelten, wenn auch gesundheitlich unbedenklich. Kundenbewertungen aus Sommer 2025 sind überwiegend positiv, erwähnen aber regelmäßig Undichtigkeiten und schwankende Aromastärke. Insgesamt bleibt die Nutzererfahrung stark subjektiv und hängt von Erwartungen und Nutzungsgewohnheiten ab.
Eignet sich Air up für Kinder?
Air up ist laut Hersteller grundsätzlich auch für Kinder geeignet. Die Flaschen bestehen aus BPA-freiem Tritan-Kunststoff und werden mit natürlichen Aromen betrieben, die den gesetzlichen Lebensmittelstandards entsprechen. Da das Aroma ausschließlich über den Duft wirkt, ist das Getränk selbst zucker- und kalorienfrei.
Wichtig ist jedoch die sachgemäße Nutzung. Es sollte nur sauberes, trinkbares Leitungs- oder Mineralwasser eingefüllt werden, die Pods müssen korrekt eingesetzt und die Flasche regelmäßig gereinigt werden. Unabhängige Tests weisen darauf hin, dass die Pods sogenannte Trägerstoffe enthalten, die rechtlich als Zusatzstoffe gelten, gesundheitlich aber unbedenklich sind.
Kritische Stimmen sehen daher keine relevanten gesundheitlichen Risiken, betonen aber, dass Eltern – wie bei allen Trinksystemen – auf Hygiene und sachgerechte Handhabung achten sollten. Insgesamt gibt es keine belastbaren Hinweise, dass Air up für Kinder schädlich ist.
Air up wächst auch in 2025: US-Marktstart und REWE-Partnerschaft
Im Frühjahr 2025 hat Air up zwei wichtige Schritte zur weiteren Expansion unternommen. Im März wurde in den USA die neue Click Bottle vorgestellt – eine verbesserte Trinkflasche mit einhändig zu öffnendem Verschluss und auslaufsicherem Design, die sich besonders für Familien und Kinder eignet. Das Modell ist dort seit Ende März als Starter-Set online erhältlich und markiert einen bedeutenden Schritt in den nordamerikanischen Markt.
Parallel dazu startete Air up in Deutschland eine großangelegte Handelspartnerschaft mit REWE. Seit März/April 2025 sind Flaschen und Aroma-Pods in über 2.300 REWE-Märkten verfügbar. Damit baut das Unternehmen seine Präsenz im stationären Einzelhandel deutlich aus und erreicht eine noch breitere Zielgruppe.
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Andreas Fricke