Wie definierst du für dich selbst ultimativen Erfolg? In welchem Moment hattest du das Gefühl “Ich bin erfolgreich”?
Früher habe ich mit aller Macht versucht, erfolgreich zu sein. Doch das Gefühl beim Erreichen eines Ziels war oft fahl – nicht erfüllend. Und sofort ging es weiter zum nächsten Ziel.
Heute weiß ich: Erfüllung ist ein wesentlicher Teil von Erfolg. Ultimativer Erfolg bedeutet für mich, wenn uns Teilnehmer schreiben, wie sehr unsere Arbeit ihr Leben verändert hat und ihnen neue Kraft, Mut und Zuversicht gibt. Diese Rückmeldungen sind für mich der schönste Lohn – und mein größter Erfolg.
Albert Einstein hat einmal gesagt: „Versuche nicht, ein erfolgreicher Mensch zu sein, sondern ein wertvoller.“ Das trifft es für mich auf den Punkt.
Du hast früher im technischen Bereich gearbeitet und warst dort sehr erfolgreich – warum hast du dich trotzdem beruflich neu ausgerichtet?
Mein beruflicher Erfolg damals hatte einen hohen Preis. Mit steigender Verantwortung bin ich zunehmend in die Überlastung geraten – und mein Körper hat mir deutlich gezeigt, dass ich so nicht weitermachen kann. In dieser Krise begann ich, nach Auswegen zu suchen und mich intensiv mit Persönlichkeitsentwicklung, Resilienz und Achtsamkeit zu beschäftigen. Das hat nicht nur meine Sicht auf das Leben verändert, sondern mir auch gezeigt, was mir wirklich wichtig ist. So entstand der Wunsch, auch andere dabei zu unterstützen, ihren Weg aus der Überlastung zu finden.
Meine Frau Julia folgte schon immer ihrem Herzen, davon habe ich mich auch inspirieren lassen. Gemeinsam haben wir dann den Sprung gewagt, unsere Jobs an den Nagel gehangen, sind raus ins Grüne gezogen – und haben glückwärts gegründet.
Was sind aus deiner Sicht typische Denkfehler, wenn Menschen Erfolg um jeden Preis anstreben?
Ein häufiger Denkfehler ist, zu glauben – so wie ich es früher auch getan habe –, dass Erfolg der Schlüssel zum Glück ist. Wir sagen uns: „Wenn ich dieses Ziel erreicht habe, dann werde ich glücklich sein.“ Damit verschieben wir unser Glück immer auf später, knüpfen es an etwas, das wir noch nicht haben und uns erst „verdienen“ müssen.
In Wahrheit funktioniert es genau andersherum: Glück ist nicht das Ergebnis von Erfolg, sondern oft seine Voraussetzung. Zum einen können wir Glück nur im „Jetzt“ erleben – nicht irgendwann in der Zukunft. Zum anderen arbeitet unser Gehirn in einem positiven, zufriedenen Zustand deutlich kreativer, lösungsorientierter und produktiver. Wer also erfolgreich sein will, sollte zuerst lernen, glücklich zu sein – und nicht darauf warten, dass Erfolg dieses Glück bringt.
Welche Rolle spielt der Umgang mit Stress, wenn man langfristig erfolgreich und gesund bleiben will?
Stress kann uns kurzfristig zu Höchstleistungen antreiben – aber langfristig macht er uns krank. Das habe ich am eigenen Leib erfahren. Die WHO bezeichnet Stress als die größte Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts.
Wenn wir also langfristig gesund, leistungsfähig und erfolgreich bleiben wollen, ist es wichtiger denn je, einen gesunden Umgang mit Stress zu entwickeln.
Resilienz ist dabei wie ein innerer Schutzschild – sie hilft uns, Herausforderungen zu meistern, ohne dabei Gesundheit und Lebensfreude zu riskieren.
Welchen ultimativen Tipp kannst du unseren Lesern mitgeben, die ebenfalls erfolgreich werden wollen?
Am Ende zählt nicht, wie viele Titel, Projekte oder Erfolge wir gesammelt haben – sondern die Momente, in denen wir wirklich gelebt, geliebt und gelacht haben. Frag dich deshalb nicht nur, wie du erfolgreicher wirst, sondern worauf du eines Tages im Sterbebett mit einem Lächeln zurückblicken möchtest. Und dann steuere als Kapitän deines Leben bewusst genau dorthin.
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Redaktion