Wie du eine der wichtigsten Entscheidungen in deinem Leben triffst

Angestellter oder Unternehmer: Was ist das Richtige für dich?

Es ist ein weiterverbreiteter Irrglaube, dass das Leben als Entrepreneur besser ist, als das eines Angestellten – oder umgekehrt. Wenn es darum geht, ob man als Unternehmer tätig sein sollte, dann ist das einzig und allein eine Individualentscheidung. Manche Menschen sind dafür geeignet und manche eben nicht – das bedeutet aber keineswegs, dass das eine besser oder schlechter als das andere ist. Deshalb sollte man sich genaue Gedanken darüber machen, was besser zu einem passt. Wir sagen dir, wie du diese Entscheidung für dich treffen kannst.

Was ist der Unterschied zwischen einem Unternehmer und einem Angestellten?

Um eine sinnvolle Entscheidung treffen zu können, musst du natürlich die grundlegenden Unterschiede kennen. Vorab: Es ist durchaus vertretbar, zu behaupten, dass das Leben eines Unternehmers und das eines Angestellten ein Unterschied wie Tag und Nacht ist. Dazu aber gleich mehr.

Die Entscheidung ein Unternehmer zu sein oder doch als Angestellter Karriere zu machen, ist eine Wahl fürs Leben. Du solltest du dir deshalb für diese Entscheidung viel Zeit lassen und gut nachdenken. Denn wenn du dich einmal entschieden hast, solltest du deinen Weg möglichst durchziehen und deine Schritte planen, damit du deinen Zielen näher kommst. Nur so wirst du erfolgreich.

Im Folgenden wollen wir dir deswegen die Merkmale, die beide Karrierewege mit sich bringen, erläutern. Auf dieser Grundlage fällt es dir dann leichter, eine Entscheidung zu treffen.

Merkmale Angestelltenverhältnis

Fangen wir mit den Merkmalen für das Angestelltenverhältnis an. Wichtige Merkmale sind die nachfolgenden:

  • Arbeitsvertrag
  • Verpflichtende Arbeitszeiten
  • Arbeit in Büroräumen des Arbeitgebers
  • Vertragliche Vereinbarung von festen Urlaubstagen
  • Verpflichtung bestimmte Hard- und Software zu nutzen
  • Vorgegebene Aufgaben, die zu erledigen sind
  • Weniger große Verantwortung für das Unternehmen

Merkmale Selbstständigkeit

Blickt man sodann auf die Merkmale der Selbstständigkeit, zeichnen sich folgende aus:

  • Flexible Arbeitszeiten
  • Große Verantwortung für das Unternehmen
  • Entscheidungsfreiheit
  • Freie Bestimmung des Arbeitsortes
  • Freie Gestaltung der Tätigkeiten
  • Tragen des unternehmerischen Risikos

Angestellter vs. Arbeiter

Damit du die verschiedenen Begrifflichkeiten besser einordnen kannst, erklären wir dir neben den Begriffen Unternehmer und Angestellter auch noch den Begriff des Arbeiters. Viele denken nämlich, dass es sich beim Angestellten und beim Arbeiter um denselben Begriff handelt. Das stimmt nicht. Daher erläutern wir dir im Folgenden die Unterschiede zwischen dem Angestellten und dem Arbeiter:

  • Kündigungsrecht: Angestellte haben ein Kündigungsrecht von mindestens sechs Wochen bis zu maximal fünf Monaten. Bei Arbeitern sind die Kündigungsfristen in Arbeiterkollektivverträgen geregelt. Diese sind meist kürzer als bei Angestellten. Im Baugewerbe kann sie so nur einen Tag betragen, in der Industrie beträgt sie meist fünf Monate.
  • Sozialversicherung: Angestellte sind bei einer anderen Beitragsgruppe anzumelden als Arbeiter.
  • Gehalt: Ein Angestellter bekommt in der Regel ein festes monatliches Gehalt. Arbeiter hingegen werden meistens nach Stundenlohn oder – je nach Branche – auch nach produziertem Stück bezahlt.

Angestellter oder Unternehmer: Was passt besser zu dir?

Ob du nun ein Angestellten-Verhältnis bevorzugst oder als Unternehmer tätig sein willst, ist eine Entscheidung, die dir keiner abnehmen kann. Das ist auch gut so. Schließlich kennst du dich am besten. Viele haben zumindest schon mal die Erfahrung gemacht, wie es ist, als Angestellter zu arbeiten. Du sicherlich auch. Die Zahl der Unternehmen hingegen ist deutlich geringer. Das hat auch seine Gründe. Dazu nun aber mehr.

Als Unternehmer musst du Probleme lösen

Der Hauptbestandteil der Arbeit eins Unternehmers ist es, Probleme zu lösen. In den meisten Fällen wird die Basis deines Erfolgs darauf beruhen, dass du ein alltägliches Problem erkannt, eine Lösung dafür entwickelt und ebendiese Lösung dann auch gekonnt an den Mann gebracht hast. Wie oft gab es schon brillante Ideen, die leider durch schlechtes Marketing nie ihr Potenzial erreichen konnten. In der Anfangsphase deines Unternehmens wirst du mehr oder weniger alleine sämtliche Tätigkeiten übernehmen müssen. Das bedeutet konkret: lange Arbeitstage, viel Einsatz und im ersten Moment vielleicht nur mäßiger oder gar kein Gewinn. Das darf dich aber nicht entmutigen. Jeder fängt schließlich klein an. Auch ein Elon Musk oder Jeff Bezos!

Im Gegensatz dazu hast du als Angestellter im Normalfall feste Arbeitszeiten und bekommst einen geregelten Lohn. Dieser Lohn bietet dir Planungssicherheit, die du als Unternehmer eher weniger hast. Gerade in Zeiten, in denen es – nicht nur in deinem Unternehmen – wirtschaftlich schlecht läuft, kannst du als Angestellter eher aufatmen als ein Unternehmer.

Der Antrieb eines Unternehmers ist Leidenschaft

Wenn du selbstständig tätig bist, dann ist Motivation das A und O. Wenn dir deine Aufgaben keinen Spaß machen oder es nicht so läuft, wie du dir das wünschst, wirst du schnell die Lust verlieren. Das ist normal. Entscheidend ist aber, wie du darauf reagierst. Sobald du dich nämlich nicht aufrappelst, wirst du nicht mehr die Mühe und Zeit investieren, die nötig wäre, um das Geschäft am Laufen zu halten. Die Konsequenz: Das Unternehmen geht den Bach runter.

Was du also als Unternehmer brauchst, ist eine Vision, die dich täglich motiviert, um 110 Prozent für deine Sache zu geben. Was treibt dich an? Wofür stehst du morgens immer wieder auf? Das sollte ein Unternehmer stets vor seinem inneren Auge aufrufen.

Außerdem ist es so, dass du als Unternehmer dein eigener Chef bist. Keiner wird dich kontrollieren oder über deine Schultern schauen. Das hat seine Vor- und Nachteile. Einerseits kannst du deine Ideen somit in ihrer vollen Blüte verwirklichen und bist nicht auf Feedback anderer angewiesen. Gleichzeitig bedeutet es aber, dass dich keiner ermahnen wird, wenn du nicht die benötigte Disziplin aufbringst. Du bist für dich selbst zuständig.

Als Angestellter hingegen solltest du natürlich auch Spaß an deinem Job haben. Das ist wichtig, um ein zufriedenes Leben zu führen. Anders als der Unternehmer musst du dich als Angestellter aber nicht täglich neu erfinden. Du musst deine Arbeit gut verrichten. Natürlich. Im Gegensatz zu der Freiheit beim Unternehmer, wird deine Arbeit als Angestellter nämlich von deinem Vorgesetzten kontrolliert. Wenn du deine Arbeit schweifen lässt und nicht Gas gibst, wirst du daher schnell auf Probleme mit deinem Chef stoßen.

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Der Unternehmer sieht sich in vielen Fällen der Gesellschaft verpflichtet

Gewinne zu machen und viel Geld zu verdienen, ist wichtig. Genauso wichtig ist vielen Unternehmern aber auch ein Teil ihres verdienten Geldes der Gesellschaft zu Gute kommen zu lassen. Ein Musterbeispiel dieser sozialen Verantwortung ist Bill Gates. Dir dürfte bekannt sein, dass er viel spendet – viel bedeutet hierbei mehrere Milliarden Dollar.

Es gibt genauso Unternehmen, die einen Teil des Gewinns an bedürftige Menschen abgeben. Das hast du sicher auch schon einmal im Supermarkt gesehen. Es stehen dann Sätze wie „10 Cent pro X (Einheit) gehen an die … Nothilfe“ auf der Verpackung. Solche Spenden rühren nicht nur aus reiner Güte, sondern haben meist auch das Ziel, das Image des Unternehmens aufzupolieren. In unserer Gesellschaft wird es gerne gesehen, wenn Unternehmen an die Teile unserer Gesellschaft denken, denen es nicht so gut geht, wie uns.

Als Angestellter darfst du natürlich auch spenden. Dies wird dir aber selbstverständlich nicht in einem Rahmen möglich sein, wie einem Unternehmer. Dafür wirst du aber von der Gesellschaft in der Regel weniger in der Verantwortung gesehen. Du bekommst schließlich ,,nur“ deinen festen Angestellten-Lohn, während bei Unternehmern das Gehalt nach oben offen ist.

Das Risiko-Gewinnverhältnis eines Unternehmers

Das Risiko-Gewinnverhältnis eines Unternehmers ist ein weiterer, wichtiger Aspekt. Als Unternehmer gehst du oft Risiken ein, die ein Angestellter nicht hat. Das bedeutet auf der anderen Seite aber erfreulicherweise auch, dass dein Gewinn nicht limitiert ist. Angestellte beziehen ein festes Gehalt und dieses steigt zwar auch, aber höchstens linear. Als Unternehmer hast du die Möglichkeit mit skalierenden Geschäftsmodellen exponentiell zu verdienen. Außerdem kannst du – sobald es einmal läuft – Teile deiner Arbeit an deine Mitarbeiter delegieren. So baust du dir ein Leben auf, welches dir mehr Freizeit bietet, trotz einem voll funktionierendem Business. Die Arbeit wird ja weiterhin erledigt. Nur von wem anders.

Wie bereits erwähnt ist ein weiterer Vorteil, dass du ein eigener Chef bist und du deshalb Freiheiten hast, die einem Angestellten nicht – oder sehr beschränkt – zur Verfügung stehen. Für manche von uns bedeutet diese Freiheit aber auch Faulheit. Das wiederum ist schlecht fürs Geschäft (s. oben „Leidenschaft“).

Fazit: Angestellter oder Unternehmer – deine Entscheidung

Nicht jeder kann der perfekte Unternehmer oder der perfekte Angestellte sein. Das ist ganz normal. Letztendlich musst du deine Fähigkeiten kennen, die Chancen und Risiken abwiegen und dich dann für deinen ganz persönlichen Weg zum Glück und Erfolg entscheiden. Diese Entscheidung wird dir niemand abnehmen können. Schließlich ist es dein Leben und deine Entscheidung, wie du es verbringen willst. Entscheide dich für deinen Weg und widme dich ihm zu 100 Prozent. Du wirst dich wundern, wie weit du damit kommen wirst. Egal, ob als Angestellter oder selbstständig.

Häufige Fragen (FAQ) zu Angestellter oder Unternehmer

Was ist der Unterschied zwischen einem Angestellten und einem Arbeiter?

Angestellte haben ein Kündigungsrecht von mindestens sechs Wochen und bis zu maximal fünf Monaten. Bei Arbeitern sind diese in der Regel kürzer, im Baugewerbe kann sie so sogar nur einen Tag betragen. Angestellte sind zudem in einer anderen Beitragsgruppe der Sozialversicherung anzumelden als Arbeiter. Zudem bekommen Angestellte in der Regel ein festes monatliches Gehalt, Arbeiter werden meistens nach Stundenlohn bezahlt.

Was sind Merkmale eines Angestelltenverhältnisses?

Merkmale eines Angestelltenverhältnisses sind unter anderem folgende:
1. Arbeitsvertrag
2. Verpflichtende Arbeitszeiten
3. Arbeit in Büroräumen des Arbeitgebers
4. Vertragliche Vereinbarung von festen Urlaubstagen
5. Verpflichtung bestimmte Hard- und Software zu nutzen
6. Vorgegebene Aufgaben, die zu erledigen sind
7. Weniger große Verantwortung für das Unternehmen

Was sind Merkmale einer Selbstständigkeit?

Merkmale einer Selbstständigkeit sind unter anderem folgende:
1. Flexible Arbeitszeiten
2. Große Verantwortung für das Unternehmen
3. Entscheidungsfreiheit
4. Freie Bestimmung des Arbeitsortes
5. Freie Gestaltung der Tätigkeiten
6. Tragen des unternehmerischen Risikos

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Über den Autor

Autorenprofil: Leoni Schmidt

Leoni Schmidt

Nach ihrem Abitur studierte Leoni an der Fachhochschule des Mittelstands in Köln Medienkommunikation & Journalismus. In diesem Studium sammelte sie durch Praktika bei der Rheinischen Post und bei Antenne Düsseldorf viele praktische, journalistische Erfahrung. Neben ihres Studiums arbeitete sie als Werkstudentin bei einem Online-Magazin. Bei diesem wurde sie nach ihrem Studium übernommen und arbeitete dort in der Online-Redaktion. Im Mai 2019 wechselte sie dann zu Digital Beat und Gründer.de und arbeitete bis Oktober 2021 als Junior-Online-Redakteurin.

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