EU treibt Aufbau großer KI-Rechenzentren voran
Die Europäische Union plant vier bis fünf große KI-Rechenzentren, die mit bis zu 35 Prozent öffentlicher Mittel gefördert werden können. Pro Standort rechnet die EU-Kommission mit Investitionen zwischen drei und fünf Milliarden Euro. Ziel ist es, die Abhängigkeit Europas von amerikanischer Infrastruktur zu reduzieren. Europa nutzt derzeit nur etwa fünf Prozent der weltweit verfügbaren KI-Hochleistungschips, während die USA rund 70 Prozent einsetzen.
Der Aufbau eigener Rechenzentren soll diese Lücke schließen. Vor diesem Hintergrund erklärte die Telekom gegenüber dem Handelsblatt, dass sie eine KI-Gigafactory in Deutschland in führender Position aufbauen möchte. Nach Informationen mehrerer Handelsblatt-Insider ist die Schwarz-Gruppe in die laufenden Gespräche eingebunden. Drei dieser Insider berichten zudem, dass die Verhandlungen bereits weit fortgeschritten seien.
Schwarz-Gruppe investiert Milliarden in eigene Infrastruktur
Die Schwarz-Gruppe baut unabhängig davon bereits ein großes Rechenzentrum in Lübbenau im Spreewald. Insgesamt fließen elf Milliarden Euro in das Projekt, das damit die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte darstellt. Für den Bau selbst sind rund 2,5 Milliarden Euro vorgesehen. Der Standort ist auch deshalb attraktiv, weil die Energie- und Netzinfrastruktur eines stillgelegten Braunkohlekraftwerks weiter genutzt werden kann.
Die digitale Sparte Schwarz Digits verantwortet das Projekt und bündelt die IT-Aktivitäten des Konzerns. Dazu gehören der Cloud-Anbieter Stackit und ein israelisches Cybersicherheitsunternehmen. Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte Schwarz Digits einen Umsatz von rund 1,9 Milliarden Euro. Für das Projekt in Lübbenau erhält die Schwarz-Gruppe jedoch keine staatliche Förderung. Damit stärkt der Konzern seine Rolle als relevanter Anbieter für KI-Infrastruktur in Europa.
eBook
Besser arbeiten mit KI
Das KI Handbuch: Dein Leitfaden für KI in der Arbeitswelt. Expertentipps & Use Cases inklusive!

Jana Blümler