Selbstständig machen – ja oder nein?

Die 5 wichtigsten Aspekte bei der Entscheidung zur Selbstständigkeit

Die Selbstständigkeit reizt viele Menschen, die endlich eigene Ideen umsetzen möchten. Mit diesem großen Schritt sind allerdings Risiken verbunden, die viele potenzielle Gründer noch zweifeln lassen. Große Verantwortung, finanzielle Belastung, viel Arbeit und wenig Sicherheit. Die Selbstständigkeit mutet Gründern eine Menge zu. Dennoch gibt es zahlreiche Vorteile: Die Unabhängigkeit, die Selbstverwirklichung oder die finanziellen Aussichten bei Erfolg. Solltest du dich also selbstständig machen? Wir fassen die wichtigsten Aspekte bei dieser Entscheidung für dich zusammen.

1. Mit der Finanzierung fängt alles an

Der Weg in die Selbstständigkeit muss immer auf einem soliden finanziellen Fundament stehen. Fehlt die nötige Sicherheit oder die unternehmerische Weitsicht, kann die Idee oder das Produkt noch so erfolgsversprechend sein, vermutlich wird der Erfolg ausbleiben. Das sind die finanziellen Basics:

  • Startkapital: Startkapital ist bei vielen Unternehmensformen rein rechtlich notwendig, sollte aber grundsätzlich bei allen Unternehmungen in ausreichendem Maß vorhanden sein. Schließlich ist nicht damit zu rechnen, dass die eigene Selbstständigkeit von Tag eins an profitabel verläuft. Außerdem entstehen bei den meisten Geschäftsideen Kosten, die gedeckt werden müssen.
  • Finanzierung: Das Kapital kann aus deinem eigenen Ersparten stammen, aus Krediten oder von Investoren kommen. Ebenso sind staatliche Förderungen für viele Gründer eine naheliegende Möglichkeit. Im Idealfall kannst du deine Selbstständigkeit direkt durch dein Eigenkapital absichern und bist so nicht von externen Geldgebern abhängig.
  • Businessplan: Der Businessplan ist die Grundlage deiner Selbstständigkeit und beschreibt nicht nur die Finanzplanung, sondern auch deine Geschäftsidee und den Markt. Er hilft dir, deine Idee zu strukturieren, mögliche Schwachstellen aufzudecken und die erste Phase der Selbstständigkeit vorzubereiten. In der Regel ist ein Businessplan notwendig, wenn du Kredite beantragst oder Investoren überzeugen willst.
Vorlage

Vorlage: Businessplan

So gelingt es ganz einfach: die Businessplan-Vorlage für Gründer

2. Nur wer den Markt kennt, kann am Markt überleben

Für eine erfolgreiche Selbstständigkeit braucht es die richtige Idee im passenden Marktumfeld. Deshalb ist eine Marktforschung unerlässlich:

  • Zielgruppe: Wer ist deine Zielgruppe? Diese Frage muss im Vorfeld möglichst genau beantwortet werden. Dabei geht es um das Alter, das Geschlecht, den Familienstand, das Einkommen, den Bildungsgrad, Interessen und vieles mehr. Daraus lässt sich letztlich ableiten, was deine Kunden von deinem Produkt erwarten und wie du sie am besten erreichst.
  • Markt: Du solltest den Markt, in den du dich begibst, genau kennen. Wie groß ist er und mit welchen Umsätzen kannst du dementsprechend rechnen? Gibt es derzeit eine hohe Nachfrage nach deinem Produkt? Oder besetzt du eher eine Nische? Sind neue Entwicklungen rund um deine Idee zu erwarten, die du berücksichtigen solltest?
  • Wettbewerber: Vermutlich gibt es da draußen bereits Wettbewerber, die dir Konkurrenz machen möchten. Du solltest die Situation analysieren und dich so besser am Markt positionieren. Was zeichnet dein Produkt aus, wo kannst du dich von den Wettbewerbern abheben?

Sammle und recherchiere so viele Daten wie möglich. Die Entscheidung, ob du dich selbstständig machen solltest, hängt maßgeblich davon ab, ob dein Produkt am Markt bestehen kann.

3. Fähigkeiten, die es in der Selbstständigkeit braucht

Wer sich selbstständig machen möchte, sollte gewisse Kenntnisse und Fähigkeiten mitbringen, um für die anstehenden Herausforderungen gewappnet zu sein. Denn im Vergleich zur komfortablen Situation in einer Festanstellung kannst du dich jetzt nicht mehr auf deine Vorgesetzten oder Kollegen verlassen.

  • Unternehmerisches Wissen: Die Vorstellung, endlich eigene Ideen umsetzen zu können, erscheint aufregend. Es gibt bei der Selbstständigkeit aber auch grundständiges unternehmerisches Wissen,das vielleicht weniger spannend daherkommt, doch absolut notwendig ist. Dabei geht es um Kenntnisse in der Buchhaltung, Unternehmensführung, um rechtliche Grundlagen und steuerliche Aspekte. Das Marketing liegt ebenfalls in deinen Händen und welche Versicherungen du abschließen solltest, wird besser im Vorfeld abgeklärt. Einige dieser Aufgaben können ausgelagert werden, ein solides Grundwissen ist aber im Idealfall vorhanden.
  • Branchenkenntnisse: Die Selbstständigkeit verläuft selten wie geplant. Umso wichtiger ist es, eine gewisse Erfahrung in der Branche, in der du tätig bist, mitzubringen. Damit wirst du die eine oder andere Hürde auf dem Weg leichter überstehen, Kunden mit deinem Knowhow eher überzeugen und kannst vielleicht sogar einige Kontakte nutzen, um dir einen einfacheren Start zu verschaffen.
  • Organisationsfähigkeit: Die Selbstständigkeit kann dir einiges abverlangen. Deshalb solltest du in der Lage sein, den Überblick zu behalten, Prioritäten zu setzen und an mehreren Aufgaben gleichzeitig zu arbeiten. Außerdem sind eine strukturierte Arbeitsweise und ein gutes Zeitmanagement grundlegende Voraussetzungen.

4. Die individuellen Lebensumstände

Nicht jeder ist für die Selbstständigkeit geeignet oder befindet sich gerade in der richtigen Lebenssituation dafür. Mit folgenden Veränderungen solltest du rechnen:

  • Stress und Risiko: In der Selbstständigkeit bist du einem anderen Druck ausgesetzt als im gewöhnlichen Anstellungsverhältnis. Du bist allein für den Erfolg verantwortlich und trägst damit mehr Risiko. Eine gewisse Stressbeständigkeit solltest du deshalb mitbringen.
  • Aufwand: Der klassische 9-to-5-Job endet abends. Die Selbstständigkeit stellt diesbezüglich andere Anforderungen an dich. Zum einen können deine Arbeitszeiten deutlich länger ausfallen, zum anderen fällt es Selbstständigen oft schwer, abzuschalten und die Gedanken rund um das eigene Business nicht mit nach Hause zu nehmen.
  • Privatleben: In der Folge der beiden genannten Punkte kann sich dein Privatleben verändern. Vielleicht hast du weniger Zeit für Freunde und Familie, vielleicht musst du regelmäßig am Wochenende arbeiten oder du bist häufiger in Gedanken bei deinem Business. Das alles kann sich für den Erfolg deiner Selbstständigkeit lohnen, sollte allerdings vorher bedacht werden.

5. Diese Risiken sind zu berücksichtigen

Risiken sind allgegenwärtig, wenn du dich selbstständig machen möchtest. Deshalb ist es ratsam, die folgenden Risikofaktoren genau abzuwägen:

  • Finanzen: Die Selbstständigkeit kostet in der Regel Geld. Diese Investition in dich selbst lohnt sich nur, wenn deine Idee Erfolg hat und du am Markt bestehst. Viele Selbstständige gehen für ihre Idee zunächst ein hohes finanzielles Risiko ein – und längst nicht für alle zahlt sich das aus.
  • Veränderung am Markt: Du kannst dich noch so gut vorbereiten und auf dem Markt positionieren: der Markt (und damit deine Aussicht auf Erfolg) kann sich stetig verändern. Das kann durch geopolitische Ereignisse, technische Fortschritte oder neue Trends passieren. Solche Veränderungen lassen sich kaum vorhersagen und bergen ein gewisses Risiko.
  • Rechtliche Rahmenbedingungen: Auch rechtlich gehst du mit der Selbstständigkeit neue Wege. Die Unternehmensform entscheidet über die finanziellen Rahmenbedingungen und mögliche persönliche Haftbarkeiten. Hier sollten sich Laien in jedem Fall eine professionelle Beratung holen, um die richtige Entscheidung zu treffen und das persönliche Risiko zu minimieren.
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Die Chancen der Selbstständigkeit

Wenn über die Risiken gesprochen wird, sollten die Chancen und Vorteile der Selbstständigkeit allerdings nicht zu kurz kommen. Du bist flexibel, unabhängig, kannst deine eigenen Ideen umsetzen und musst keinem Chef mehr Rechenschaft ablegen. Bei Erfolg verdienst du mehr und baust langfristig ein Unternehmen unter deiner Führung auf. Genau wegen dieser Aussichten ist die Selbstständigkeit bei allen Risiken dennoch so reizvoll.

Fazit: Keine eindeutigen Antworten, nur individuelle Abwägungen

Es gibt viele Gründe, die für oder gegen den Weg in die Selbstständigkeit sprechen. Der Schritt will gut überlegt sein und es ist wichtig, sich mit allen Vor- und Nachteilen auseinanderzusetzen. Doch das Angestelltenverhältnis birgt ebenfalls Risiken, beispielsweise befristete Arbeitsverträge. Eine reine Pro- und Contra-Liste wird die zentrale Frage „Selbständigkeit – ja oder nein?“ also nicht ausreichend beantworten können.

Wichtiger ist es, die individuellen Voraussetzungen rund um deine Idee, deine Finanzen, deine Lebenssituation und deine Risikobereitschaft abzuwägen.

  • Gibt es genügend Startkapital?
  • Bringst du Erfahrung und Branchenkenntnisse mit?
  • Wurde der Markt ausreichend analysiert?
  • Bist du bereit, das Risiko einzugehen, das sich selbst mit der besten Vorbereitung und Planung nicht verhindern lässt?

Diese und weitere Fragen sollten ausreichend beantwortet werden, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

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